Häufige Barrieren im Web und wie Sie diese lösen

Viele Websites und digitale Produkte schließen Menschen mit Behinderungen unbeabsichtigt aus: durch fehlende Alternativtexte, mangelnde Tastaturbedienbarkeit oder schlechte Farbkontraste. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Barrieren im Webdesign, konkrete Beispiele aus der Praxis und wie Unternehmen diese mit überschaubarem Aufwand zugänglich gestalten können.

Häufige Barrieren im Web und digitalen Produkten – Beispiele und Lösungen für Barrierefreiheit

Das Wichtigste auf einen Blick

Häufige Barrieren kompakt zusammengefasst

Diese vier Punkte fassen zusammen, welche Barrieren am häufigsten auftreten und wie Sie diese angehen.

  • check Acht der häufigsten Barrieren betreffen Bilder, Tastatur, Kontraste, Videos, Sprache, Struktur, Formulare und Klickflächen
  • check Barrieren lassen sich vier Kategorien zuordnen: visuell, motorisch, kognitiv und auditiv
  • check Die meisten Barrieren sind mit überschaubarem Aufwand behebbar
  • check Automatisierter Test plus manuelle Prüfung deckt die meisten Probleme zuverlässig auf
Häufige Barrieren – das Wichtigste auf einen Blick
check Automatisierte Tests erkennen technische Barrieren in Sekunden
check Jede Barriere hier mit konkretem Beispiel und Lösung
check WCAG-konform und BFSG-relevant

Die häufigsten Barrieren: Konkrete Beispiele und Lösungen

Diese Barrieren begegnen Menschen mit Behinderungen täglich auf Websites, in Apps und bei der Nutzung digitaler Dienstleistungen. Für jede Barriere zeigen wir ein konkretes Beispiel und die passende Lösung gemäß WCAG-Anforderungen.

Fehlende Alternativtexte für Bilder

Produktbilder ohne Alt-Attribut: Screenreader lesen nur den Dateinamen vor, z. B. „IMG_4521.jpg" – der Inhalt bleibt unzugänglich. Lösung: präzise Alt-Texte für jedes informative Bild.

Alternativtexte automatisch erstellen

Fehlende Tastaturbedienbarkeit

Menü oder Formular nur per Maus bedienbar – Tastaturnutzer kommen nicht weiter. Lösung: alle interaktiven Elemente per Tab erreichbar und mit Enter bedienbar machen.

Tastaturzugänglichkeit prüfen

Unzureichende Farbkontraste

Hellgrauer Text auf weißem Hintergrund ist für Menschen mit Sehschwäche kaum lesbar. WCAG fordert mindestens 4,5:1. Lösung: Kontraste systematisch prüfen und anpassen.

Zum Kontrastchecker

Videos ohne Untertitel

Produktvideos ohne Untertitel schließen gehörlose und schwerhörige Nutzer komplett aus. Lösung: synchronisierte Untertitel und Transkripte für alle Videos.

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Fehlende Sprachauszeichnung

Ohne lang-Attribut liest der Screenreader Texte mit falscher Aussprache vor. Lösung: lang-Attribut korrekt setzen, z. B. lang="de".

Sprachauszeichnung prüfen

Unklare Struktur und Überschriftenhierarchie

H3-Überschriften als reines Stilelement ohne Hierarchie verhindern Screenreader-Navigation. Lösung: semantische Überschriftenhierarchie konsequent einhalten.

Struktur prüfen

Unzugängliche Formulare

Eingabefelder ohne Label – Screenreader können nicht mitteilen, was einzutragen ist. Lösung: alle Felder mit korrekten Labels und zugänglichen Fehlermeldungen versehen.

Barrierefreiheit testen

Zu kleine Klickflächen

Buttons unter 44×44 Pixel sind für Nutzer mit motorischen Einschränkungen schwer zu treffen. Lösung: Klickflächen im Design konsequent vergrößern.

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Vier Arten von Barrieren und wen sie betreffen

Digitale Barrieren entstehen, wenn Inhalte, Elemente oder die Gestaltung eines Online-Angebots nicht für alle Nutzer zugänglich sind. Die WCAG-Anforderungen unterscheiden vier grundlegende Kategorien von Einschränkungen, die im Webdesign berücksichtigt werden müssen.

Visuell

Blinde und sehbehinderte Menschen nutzen Screenreader oder Vergrößerungssoftware. Barrieren entstehen durch fehlende Alternativtexte, mangelnden Kontrast oder rein visuelle Informationsvermittlung.

Motorisch

Menschen mit motorischen Einschränkungen navigieren per Tastatur oder Spracheingabe. Websites ohne vollständige Tastaturbedienbarkeit oder mit kleinen Klickflächen schließen diese Nutzer aus.

Kognitiv

Menschen mit kognitiven Einschränkungen benötigen klare Sprache, einfache Strukturen und konsistente Navigation. Komplexe Texte und unübersichtliche Layouts wirken als Barrieren.

Auditiv

Gehörlose und schwerhörige Menschen sind auf Untertitel, Transkripte und visuelle Alternativen angewiesen. Videos ohne Untertitel stellen eine direkte Barriere dar.

Barrieren erkennen: So testen Sie Ihre Website

Viele Barrieren sind im normalen Browsing unsichtbar – sie zeigen sich erst, wenn Nutzer mit Screenreader, Tastatur oder anderen assistiven Technologien auf ein Angebot zugreifen. Für eine vollständige Umsetzung der WCAG-Anforderungen empfiehlt sich eine Kombination aus automatischen Tests und manueller Prüfung.

  • check Automatische Prüfung: Tools wie easyMonitoring erkennen technische Barrieren in Struktur, Inhalten und Elementen zuverlässig und schnell
  • check Tastatur-Test: Navigieren Sie Ihre gesamte Website ausschließlich per Tastatur – ohne Maus
  • check Screenreader-Test: Testen Sie mit NVDA oder VoiceOver, ob alle Inhalte korrekt vorgelesen werden
  • check Kontrast-Check: Prüfen Sie alle Farbkombinationen auf ausreichende Kontrastverhältnisse
  • check Manuelle Prüfung: Einige WCAG-Kriterien wie Textverständlichkeit lassen sich nur manuell bewerten
Barrierefreiheit testen – automatische und manuelle Prüfung von Websites und digitalen Produkten

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Barrieren erkennen, verstehen, beheben

Barrierefreiheit im Webdesign: Was gesetzlich gefordert wird

Barrierefreiheit ist keine freiwillige Maßnahme – sie ist seit dem 28. Juni 2025 für Unternehmen im B2C-Bereich gesetzlich verpflichtend. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) fordert, dass digitale Produkte und Dienstleistungen nach den WCAG-Standards gestaltet und für alle Nutzer zugänglich sind. Inklusion ist damit nicht nur ethisches Gebot, sondern auch gesetzliche Anforderung.

  • check WCAG 2.1 Level AA: der verbindliche Standard für Websites, Apps und digitale Inhalte
  • check Die vier Grundprinzipien wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust gelten als technischer Maßstab
Gesetzliche Anforderungen an Barrierefreiheit im Webdesign – WCAG BFSG und digitale Inklusion

Häufige Fragen zu Barrieren und ihrer Umsetzung

Laut regelmäßigen Web-Accessibility-Studien zählen zu den häufigsten Barrieren: fehlende Alternativtexte für Bilder, unzureichende Farbkontraste, fehlende Tastaturbedienbarkeit, unzugängliche Formularelemente ohne Labels sowie Videos ohne Untertitel. Diese Barrieren betreffen Millionen Menschen mit Behinderungen täglich und lassen sich mit gezielten Maßnahmen und den richtigen Tools effizient beheben.